Erste Hilfe bei Sonnenbrand

Erste Hilfe bei Sonnenbrand

Ein herrliches Gefühl, wenn warme Sonnenstrahlen die Haut vom Gesicht bis zu den Zehen streicheln. Aber Vorsicht: UV-Strahlen sind Krebserzeuger erster Klasse. Ina Stelljes, Sprecherin des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) warnt: „Da Licht und Wärme oft positive Gefühle auslösen, vergisst man leicht die Gefahr der UV-Strahlen und hält sich zu lange in der Sonne auf.“ Die Internetseite BfS informiert deshalb auch täglich über den voraussichtlichen UV-Index der nächsten Tage. Der UV-Index gibt die Stärke der sonnenbrandwirksamen Strahlung im Freien an: von niedrig (0 bis 2) bis extrem (11 und mehr).

Dauer des Sonnenbrandes

Betroffene spüren einen Sonnenbrand etwa sechs Stunden nach beginn eines zu langen Sonnenbads. Am stärksten ist er nach 24 bis 36 Stunden. Hat es einen sehr stark erwischt, bilden sich (Brand-)Blasen. Dabei gehen so viele Zellen zugrunde und verlieren den Zusammenhalt, dass sich innerhalb der Stachelzellschicht der Oberhaut Gewebsflüssigkeit sammelt. Meist reißen die schlaffen Blasen schnell ein, so dass der Sonnenbrand nach außen hin nässt. Die Haut beginnt nach etwa zweieinhalb Tagen sich zu schälen, was ein Zeichen der Heilung ist. Sie signalisiert, dass nun in der Oberhaut ausreichend viele geschädigte Zellen zugrunde gegangen sind. Bis zur vollständigen Heilung der Haut und Abklingen des Sonnenbrands kann es ein bis zwei Woche dauern.

UV-A-Strahlen, welche auch vermehrt in Solarien vorkommen, tragen zwar weniger zum Sonnenbrand bei, dringen aber noch tiefer als UV-B-Strahlen in die Haut ein. Dabei zerstören sie Kollagen und elastische Fasern, welche die Haut straff und unter Spannung halten. Deshalb fördern UV-A-Strahlen die Faltenbildung.

Schäden im Erbgut

Das Tückische an einem Sonnenbrand: Auch wenn er verheilt ist und nichts mehr weh tut, können Folgen zurückgeblieben sein. Die Basalmembran der Haut, das ist der Ort, an dem sich neue Hautzellen bilden, ist besonders von den UV-Schäden betroffen. Die Erbgut-Reparatursysteme können die Fehlerbeseitigung bei Sonnenbrand, hohen, langanhaltenden oder sehr häufigen UV-Bestrahlungen nicht zu 100 Prozent bewältigen. Somit bleiben einige DNA-Schäden bestehen. Im Laufe des Lebens kann das zu Hautkrebs führen.

Hausmittel bei Sonnenbrand?

Bei empfohlenen Hausmitteln gegen Sonnenbrand im Internet sollte man vorsichtig sein, denn z.B. Zitrone, Apfelessig oder Salz sind für die geschädigte Haut eher eine Foltermethode. Umschläge mit kaltem Tee oder Quark hingegen wirken, weil sie genauso kühlen wie Wasser. Es kann also genauso gut gleich Wasser verwendet werden, da es in der Regel schneller zur Verfügung steht und weniger Umstände bereitet.

Wer an einem starken Sonnenbrand leidet oder unsicher ist, sollte – unabhängig vom Alter – immer zum Arzt gehen. Der Fachmann sieht, ob eine spezielle Behandlung nötig ist.

Einen Sonnenbrand verhindern

Generell ist eine Vorsorge immer besser als eine Nachsorge. Wichtig ist, dass die Haut bei einem kurzen Sonnenbad durch Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor geschützt ist und man sich nicht zu lange in der Sonne aufhält. Auch der Sonnenschutz für Augen und Kopf sollte nicht vergessen werden. Mittags ist die UV-Strahlung am stärksten, deshalb sollte man sich zu diesem Zeitpunkt möglichst im Schatten aufhalten oder die Haut bei Sonneneinstrahlung durch Kleidung schützen.

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