Eingerissene Mundwinkel – Was hilft?

Eingerissene Mundwinkel – Was hilft?

Risse an den Mundwinkeln, auch genannt Rhagaden, können schmerzhaft und unangenehm sein. Da die dünne Haut der Lippen keine Talgdrüsen besitzt, die einen schützenden Fettfilm bilden könnten, trocknet die Haut besonders in kalter Luft leicht aus. Auch das Benetzen der Lippen mit der Zunge hilft wenig. Zwar verspricht das kurzfristige Linderung, aber der Speichel wäscht noch mehr Fett aus der Haut und verschlimmert das Leiden zusätzlich.

Ausreichend pflegen

Umso wichtiger ist es, die Lippen mit Pflegestiften oder -cremes zu schützen. Empfehlenswert bzw. ein Tipp ist es, sich nach dem Essen die Mundwinkel mit einem sauberen Tuch abzutupfen.

Zahnersatz überprüfen

Ein schlecht angepasster Zahnersatz kann zu einem verstärkten Speichelfluss führen. Die Lippenhaut in den Mundwinkelfalten quillt dementsprechend schnell auf, was Entzündungen und damit schmerzhafte Einrisse fördert, sogenannte Läsionen.

Lassen Sie also gegeben falls vom Zahnarzt überprüfen, ob Ihre Prothesen noch richtig sitzen.

Fehlen Vitamine?

Auch ein Mangel an Vitamin B2 (Riboflavin), Eisen oder anderen Mikronährstoffen kann mitunter die schmerzenden Mundwinkelrisse begünstigen. Daher ist es vor allem bei hartnäckigen Rhagaden (Fachausdruck) immer ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Er kann einen möglichen Mangelzustand feststellen und mit entsprechenden Präparaten gezielt behandeln.

Oft genügt in leichten Fällen schon eine entsprechende Umstellung der Ernährung.

Manchmal steckt eine Infektion dahinter

Wenn die empfindliche Haut an der Lippe aufweicht, bietet sie einen optimalen Nährboden für Pilze, Bakterien oder Viren. Viele davon zählen zum normalen Keimspektrum der Mundhöhle. Ist die Hautbarriere an der Lippe beschädigt, haben die Erreger ein leichtes Spiel.

Heilt die Verletzung nach ein paar Tagen nicht ab oder tritt sie häufiger auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der Arzt kann bei einer Herpesinfektion ein virenhemmendes Medikament verschreiben. Bakterielle Infektionen lassen sich mit antibiotischen Salben, mitunter auch mit entsprechenden Tabletten behandeln.

Krankheiten können Mundwinkelrisse begünstigen

Manche chronischen Krankheiten, wie beispielsweise Diabetes, Allergien oder Neurodermitis, können Mundwinkel begünstigen. Auch Parkinson-Patienten leiden aufgrund eines vermehrten Speichelflusses häufiger unter Risse im Mundwinkel. Es ist wichtig, dass die Grunderkrankungen konsequent behandelt und die Lippen stets gut gepflegt werden.

Entzündungen linden

Die Beschwerden können vorrübergehend mit Cremes und Tinkturen mit Dexpanthenol, Myrrhe, Kamillen- oder Salbeiextrakt gelindert werden. Sie hemmen (mehrmals täglich auftragen) die Entzündungen, desinfizieren und bekämpfen die schmerzen. Zinkpasten, die die Feuchtigkeit aufnehmen und die Haut trocken halten sind auch geeignet. Bis zu Abheilung sollten scharfe und saure Speisen vermieden werden, da sie die Entzündungen fördern.

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